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Ilot Madame

Direkt im Osten der Urlaubsinsel St. Marie (Nosy Boraha) liegt eine kleine Insel, die nur eine Hand voll Häuser beherbergt. Unter der französischen Kolonialmacht nannte man sie zuerst Ile aux Cayes, dann nannte der Franzose Sylvain Roux sie etwa 1820 in Ile aux Madame (auf Madagassisch einfach geschrieben wie gesprochen: Ilot Madame) um – Eiland der Dame – angeblich zu Ehren der Tochter des französischen Königs Louis XVIII. Der hatte übrigens laut Historikern gar keine Kinder. Vielleicht war ursprünglich Napoléon gemeint, und durch die mündliche Überlieferung gingen einige Jahre verloren. Aber das ist nicht die einzige Skurillität der winzigen Insel.

Ilot Madame
Ein Kleid von Ranavalona, Königin der Merina, im Museum von Ilot Madame

Ilot Madame ist unter den Einheimischen vor allem deshalb bekannt, weil sie einen kleinen Hafen namens Port Louqez beherbergt. Hier ankern kleine und große Boote oder Pirogen. Eine andere Geschichte macht sie für Touristen attraktiv: In der Bucht wurde lange das Schiff des Piraten William Kidd aus dem 17ten Jahrhundert vermutet. 2015 besuchte der amerikanische Schatzsucher Barry Clifford die Insel und suchte unter großem Medienaufruhr inklusive Präsidentenbesuch die Bucht nach Piratenschätzen ab. Großmundig verkündete er schließlich, den Schatz von William Kidd sowie sein Schiff, die Adventure Galley, gefunden zu haben – immer begleitet von Kameras, die daraus einen 20-minütigen Film machten. Später fand ein Expertenteam der UNESCO heraus, dass es sich bei dem silberfarbenen 50 kg schweren Klumpen lediglich um Blei handelte, das nur der Befestigung der Hafenanlage gedient hatte. Auch das angeblich gefundene Wrack stellte sich als abgesunkener Teil einer alten Hafenanlage heraus. Das berühmte Schiff des Piraten William Condon, die Fiery Dragon, soll ebenfalls angeblich nahe Ilot Madame im Meer liegen.

Das Museum von Ilot Madame sollte ursprünglich das vermutete Erbe der Piraten wahren und Informationen zu den bisher gefundenen Wracks in der Bucht geben sowie Fundstücke ausstellen. Leider ist die Renovierung bisher eher schleppend verlaufen – sicher auch mangels sensationeller Fundstücke. Nicht mal am Haus selbst ist ein Hinweis zu finden, dass es sich überhaupt um ein Museum handelt. Man kann es jedoch tatsächlich besuchen, und für einen kleinen Obolus verschiedene echte hunderte Jahre alte Exponate bestaunen – auch wenn sie nicht alle mit Piraten zu tun haben.

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