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Reservat Vohimana

Vohimana:
Vohimana im hügeligen Hochland Ostmadagaskars ist ein kleines Reservat, dessen Erreichen zu Fuß schon ein wenig Abenteuer verspricht.

Lage:
Vohimana befindet sich rund 155 km östlich der Hauptstadt Antananarivo, in der Region Alaotra-Mangoro. Es liegt damit nur 25 km vom vielbesuchten Nationalpark Andasibe-Mantadia entfernt, von wo man Tagesausflüge in das Reservat unternehmen kann. Mit dem Geländewagen benötigt man rund vier Stunden bis Andasibe, und gut 20 Minuten zusätzlich bis nach Ambavaniasy. Taxis verkehren hier ebenfalls, Taxibrousse halten lediglich in Andasibe und nur mit Glück und gegen Bezahlung an der RN2 auf Höhe des Reservates. Um das Reservat zu besuchen, muss man von der RN2 in Ambavaniasy auf einen Schotterweg einbiegen.

Vohimana Flussquerung
Flussquerung auf dem Weg nach Vohimana

An einigen Hütten befindet sich eine freie Fläche, auf der man parken kann. Dann wird es spannender: Ein kleiner Fluss mit erstaunlicher Strömung muss zu Fuß durchquert werden. Je nach Flusshöhe ist das Reservat in der Regenzeit tageweise nicht zu erreichen. Hinter dem Fluss folgt man einem schmalen Lateritpfad etwa einen Kilometer lang über ein paar Hügel. Einen weiteren guten Kilometer geht es auf den Bahngleisen entlang (keine Angst, Züge fahren hier nur äußerst selten), bis man zum eigentlichen Eingang des Reservates nahe einer verfallenen Fabrik für essentielle Öle gelangt.

Infos zum Reservat:
Der Regenwald von Vohimana erstreckt sich über eine Fläche von 20,82 km². Das Schutzgebiet wurde erst 2005 von der nichtstaatlichen, französisch-madagassischen Organisation L’homme et l’environment als „experimentelles Reservat“ gegründet. Ziel bereits damals war es, die Verwaltung des Waldes später in die Hand der lokalen Bevölkerung zu übergeben, und damit den nachhaltigen Schutz des Gebietes mittels Ökotourismus und Umweltschutz zu sichern. 2012 konnte dieser Schritt gewagt werden. Seitdem kümmert sich der kommunale Zusammenschluss „Merci Vohimana“ um die praktische Verwaltung vor Ort. Aktuell arbeiten drei lokale Guides in Vohimana, drei weitere Angestellte kümmern sich um Restaurant und Bungalows. Insgesamt generieren etwa 40 Menschen aus Ambavaniasy ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich über das Reservat. Die Einnahmen des Reservates werden neben den Gehältern der Angestellten auch zur Weiterentwicklung des Dorfes verwendet, beispielsweise um Brücken zu finanzieren.

Vohimana Restaurant
Restaurant des Reservates

Am Eingang des Reservates beginnt einer der Rundwege, für den zweiten folgt man den Bahngleisen in die andere Richtung über eine Bahnbrücke und durch einen Tunnel. Insgesamt gibt es vier Rundwege, die Wasserfälle, Aussichtspunkte und Regenwald abdecken. Die Wege sind teils sehr schmal, teils gut begehbar. In einem der Wasserfälle kann man sogar baden – trotz der kühlen Wassertemperaturen ein grandioses Erlebnis mitten im Regenwald. Die Eintrittspreise liegen mit rund 10.000 Ariary (knapp 2 €) niedrig, ähnlich günstig sind die Übernachtungen.

Klima:
Vohima liegt nahe Maromizaha im östlichen Hochland, wo es nachts recht kühl mit 15°C und darunter werden kann. Tagsüber wird es in der Regel angenehm warm, und feucht ist es das ganze Jahr über. Regenkleidung und für nachts ein warmer Schlafsack sind hier sicher gute Begleiter.

Infrastruktur:
Vohimana selbst verfügt über einen kleinen Campground ohne Strom, aber mit fließend Wasser. Wer es etwas komfortabler mag, kann eines von fünf rustikalen Bungalows am Eingang des Reservates mieten, Blick in den Regenwald inklusive. Strom gibt es, wenn die Solarpanel funktionieren. Eine Art offenes Restaurant verköstigt angemeldete Gäste, gekocht wird von den Frauen aus Ambavaniasy.

Vohimana Bungalow
Eines der Bungalows von Vohimana

Wer sich an rustikaler Übernachtung nicht stört, kann auch im dormitory, einer sehr rustikalen Schlafmöglichkeit für maximal 20 Personen, unterkommen. Alle anderen finden im 15 km entfernten Andasibe Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Hier gibt es auch Restaurants und kleine Einkaufsmöglichkeiten. Die Voranmeldung für Übernachtungen laufen über L’homme et l’environment per E-Mail oder Telefon. Die NGO gibt die Anmeldungen dann an die Leute vor Ort weiter.

Flora und Fauna:    
Vohimana ist ein zauberhafter Regenwald, der vor allem für seine besondere Fülle an Amphibien und Reptilien bekannt ist. Hier kann man dem größten Chamäleon Madagaskars, Calumma parsonii parsonii, begegnen. Die Tiere aus dieser Gegend werden auch „yellow giants“ genannt. Außerdem kann man im dichten Farn das bunte Calumma gallus entdecken, ein sehr kleines Chamäleon, bei denen die Männchen einen knallbunten, langen Nasenfortsatz tragen. Eines der kleinsten Chamäleons ist hier ebenfalls Zuhause – Brookesia ramanantsoai. Entlang des Flusses lassen sich viele Frösche wie Boophis albilabris finden – die Gegend gehört zu den amphibienreichsten Orten der Welt.

Vohimana Calumma parsonii
Portrait eines yellow giant

Wem die Lemuren Madagaskars lieber sind, der wird hier Rotbauchmakis (Eulemur rubriventer), Diademsifakas (Propithecus diadema) und den berühmten Indri (Indri indri) beobachten können. Insgesamt elf Lemurenarten bewohnen den dichten, farn- und moosbewachsenen Regenwald.   Pflanzenfreunde können in Vohimana eine Vielfalt medizinisch genutzter Pflanzen entdecken. Der Regenbogenfalter (Chrysiridia rhipheus), eine namensgebend wunderschön bunte Motte, ist hier auch immer wieder anzutreffen.
Der Weg nach Vohimana mag ein wenig unpraktisch sein, aber der schöne Regenwald mit seiner Artenvielfalt ist definitiv jeden Besuch wert.

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