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Der Baobabwald von Andavadoaka

Baobabs von Andavadoaka

Das Fischerdorf Andavadoaka in der Region Atsimo-Andrefana liegt an einem malerischen Strand an der Südwestküste Madagaskars. Es befindet sich rund 170 km nördlich der Großstadt Toliara (französisch Tuléar). Ein großes Korallenriff schützt die gleichnamige Bucht. Nicht nur Taucher finden hier ein wahres Paradies vor. Weißer Sand und türkisblaues Meer – wer würde hier nicht gerne Urlaub machen? Doch Andavadoaka ist noch für eine andere Naturschönheit berühmt: Seinen Baobabwald.

Wenige Kilometer östlich des Fischerdorfs liegt ein Waldstück, das die Heimat einer ganzer Reihe imposanter Affenbrotbäume ist. Die wuchtigen, flaschenförmigen Bäume mit der bizarr verwinkelten Krone gehören zur Art Adansonia grandidieri. Es ist die gleiche Art wie die riesigen Bäume entlang der berühmten Baobab-Allee, hier sehen sie jedoch völlig anders aus. Niemand würde vom bloßen Anschauen auf die Idee kommen, dass es sich an beiden Orten um die gleichen Baobabs handelt!

Einer der typischen Baobabs von Andavadoaka

Das Geheimnis des auffälligen Zwergwuchses der Baobabs von Andavadoaka ist der extrem trockene, felsige Kalksteinboden mit seinen vielen Salzpfannen. Die Baobabs hier müssen mit extrem wenig Wasser auskommen und bilden daher sehr breite Stämme, die jedoch nur vier oder fünf Meter in die Höhe wachsen. In der Regenzeit schwellen die Bäume an und saugen gierig das Wasser auf. In der Trockenzeit schrumpfen sie dann wieder zusammen. Nach vielen Jahrzehnten bildet sich durch diese Extreme ein breiter Zwergwuchs mit runzliger Rinde aus, die den Baobabs von Andavadoaka ihr typisches Aussehen verleiht. Zusätzlich wurden über viele Jahre die dünnsten Äste der Kronen von den hier lebenden Viehhirten abgeschnitten, um sie als Futter für Zebus zu verwenden. Dadurch haben sich kleine, eng gewachsene Baumkronen entwickelt.

Wer genau hinschaut, wird an einigen Baobabs merkwürdige runde Löcher entdecken, die entlang des Stammes gen Himmel führen. Es sind von Madagassen in die Rinde geschlagene Stufen, die zum Erklettern der Baobabs genutzt werden. So können während der Regenzeit die Früchte geerntet werden. Der Baobabwald von Andavadoaka ist ein letzter Rest des urigen Dornwaldes, der zu früheren Zeiten einen Großteil des Südens bedeckte. Er gehört zum etwa 0,64 km² großen Schutzgebiet Velondriake. Velondriake ist ein Wort der Vezo für „mit dem Meer leben“. Das Schutzgebiet existiert seit 2006 und umfasst vor allem Meeresgebiete, aber auch einen kleinen Küstenstreifen mit Dornwald.

Nach Andavadoaka kommt man ausschließlich mit dem Geländewagen und einem erfahrenen Fahrer. Die Piste dorthin besteht ab Ifaty aus Sand und Laterit, sie kann nur in der Trockenzeit befahren werden. Von Antananarivo gelangt man per Auto oder Flug nach Toliara (Direktflug oder zwei Tage Autofahrt). Von Toliara geht es mit dem Geländewagen entlang der Küste über Ifaty in Richtung Morombe. Die Fahrt bis Morombe dauert je nach aktuellem Zustand der Piste gut einen Tag, der Baobabwald von Andavadoaka liegt direkt an der Strecke etwa 45 km südlich von Morombe. Verfehlen kann man ihn keinesfalls. Die urtümlichen Baobabs mit ihrer fotogenen Silhouette sind mehr als beeindruckend und fallen sofort ins Auge.

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