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Schutzgebiet Loky Manambato (Daraina)

Loky Manambato:
Dieses Schutzgebiet ist nach den zwei Flüssen benannt, die durch es hindurch fließen: Loky und Manambato. Es ist Heimat der letzten Lemuren ihrer Art. Auch wenn man als Reisender für eine Begegnung mit diesen Tieren einiges auf sich nehmen muss: Hier wird man mit fantastischen Fotomotiven und einzigartigen Erfahrungen belohnt, die vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr möglich sein werden.

Daraina
Goldgräber in Loky Manambato

Lage:
Daraina, ein kleines Dorf direkt innerhalb des Schutzgebietes, liegt im Nordosten Madagaskars direkt an der RN5a, die von Ambilobe nach Vohémar führt. Von der Hauptstadt Tana verkehren Flüge nach Antsiranana (Diego Suarez) und Sambava. Die Straßen von Antsiranana nach Ambilobe sowie von Sambava nach Vohémar sind mehrheitlich befestigt, haben aber in den letzten Jahren stark gelitten. In einer der beiden Städte angekommen wird die Weiterreise schwieriger: Nur 120 km sind es vom Westen aus Ambilobe kommend und nur 40 km aus Vohémar bis nach Daraina. Beide Straßen sind jedoch in so schlechtem Zustand, dass sie in der Regenzeit überhaupt nicht und selbst bei guten Witterungsverhältnissen nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahrbar sind. Die 120 km von Ambilobe bis Daraina beispielsweise kann man im Wagen mit erfahrenen Fahrern in etwa 10 Stunden zurücklegen.

Infos zum Schutzgebiet:
Erst seit 2005 steht das Gebiet überhaupt unter Schutz, und wird seitdem von der nichtstaatlichen Organisation Fanamby betreut. Alle Anteile von Loky Manambato verteilen sich insgesamt über eine Fläche von 2500 km². Davon sind aber lediglich 710 km² Trockenwald, Mangroven und Savannen. Ein kleiner Teil von 150 km² ist marines Schutzgebiet, zu dem acht kleinere Inseln und ein Korallenriff gehören.  Die Schutzbemühungen stecken hier noch in den Kinderschuhen. Ackerbau ist in der trockenen Gegend kaum möglich, Zebus finden kein Gras und so bleibt vielen Einheimischen nur, den harten Boden auf der Suche nach Gold umzugraben. Leider findet die Goldgräberei direkt unter den letzten Goldkronen-Sifakas statt, deren Lebensraum täglich weiter schwindet. Damit die seltenen Lemuren und alle anderen dort heimischen Tiere überhaupt eine Chance haben, langfristig zu überleben, bräuchte die Region dringend mehr naturbegeisterte Reisende. Jeder Reisende, der in dieser für Menschen eher unwirtlichen Gegend für Umsatz sorgt, kann den Einheimischen zeigen, dass sich der Schutz ihrer Naturwunder lohnt und eine langfristige, nachhaltige Alternative zur Zerstörung der einzigartigen Wildnis ist. Nur wenn die Einheimischen langfristig vom Ökotourismus überleben können, besteht für die Goldkronen-Sifakas ein Funken Hoffnung für die Zukunft.

Goldkronen-Sifaka
Goldkronen-Sifaka

Klima:
Im Schutzgebiet um Daraina ist es vor allem eins: Sehr heiß. Temperaturen um 40°C sind keine Seltenheit, und dazu ist es außerhalb der Regenzeit extrem trocken. Selbst nachts fallen die Temperaturen so gut wie nie unter 25°C. Wasser muss man sich hier genügend mitbringen, vor Ort kann man keines kaufen.

Infrastruktur:
Durch seine schlechte Erreichbarkeit und die bisher erst rudimentären Schutzbemühungen existiert fast keine touristische Infrastruktur. Die einzige für Reisende geschaffene Unterkunft ist das Camp Tattersalli, das von Fanamby betreut wird. Es handelt sich um acht rustikale Bungalows mit fließend Wasser und einen überdachten Essensplatz. Strom ist nachts meist verfügbar. Abgesehen von diesen Hütten gibt es in der Gegend weder Hotels noch Lodges oder auch nur einen befestigten Campground. Rudimentäre Unterkünfte werden in Daraina selbst angeboten, es ist jedoch anzuraten, als Selbstversorger ein eigenes Camp vor dem Lemurenwald aufzuschlagen oder Camp Tattersalli zu nutzen. Auch Lebensmittel, Trinkwasser, Benzin und alle anderen Dinge des täglichen Bedarfs sollte in ausreichenden Mengen schon von Ambilobe oder Vohémar mitgenommen werden. Einen Guide kann man mit etwas Glück vor Ort organisieren, allerdings sollte man weder besonders gute Englisch- noch besonders große Tierkenntnisse erwarten.

Flora und Fauna:
Der Wald nahe Daraina ist der beste Platz Madagaskars, um den seltenen Goldkronen-Sifaka (Propithecus tattersalli) zu sehen. Diese weißen Lemuren mit den goldenen Abzeichen werden von der IUCN seit Jahren als vom Aussterben bedroht geführt, die Schutzbemühungen halten sich jedoch noch sehr in Grenzen. Es existiert nur noch diese eine, winzige Population (geschätzt keine 10.000 Tiere) der Goldkronen-Sifakas weltweit. Im gleichen Wald können Reisende mit etwas Glück und Geduld eine noch nicht beschriebene Art von Gabelstreifenmakis sehen, die erst 2010 entdeckt wurde. Und auch ein dritter sehr, sehr seltener Lemur ist in diesem Schutzgebiet heimisch: Der Daraina-Wieselmaki (Lepilemur milanoi), den es ebenfalls nur hier gibt. Reptilienfreunde können hier unter anderem Chamäleons (Furcifer petteri), diverse Geckos (Paroedura spp.) und Blattschwanzgeckos (Uroplatus henkeli) finden. Insgesamt soll es noch 10 Lemuren-Arten, rund 130 verschiedene Vögel, knapp 75 Reptilienarten und sogar über 35 Amphibienspezies hier geben.

Kurzum: Wer die letzten Naturwunder Madagaskars hautnah erleben möchte, der sollte unbedingt so schnell wie möglich hier vorbeischauen! In einigen Jahren könnte der Wald vollständig verschwunden sein, ohne dass viele Menschen Notiz davon nehmen.

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