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Nosy Tanikely Nationalpark

Nosy Tanikely:
Nosy Tanikely bedeutet übersetzt so viel wie „Insel aus wenig Erde“, was auf die kleine Grundfläche der Insel anspielt. Die oft verwendete Schreibweise „Tanihely“ mit h statt k ist kein Schreibfehler, sondern lediglich der Name des Parks im Dialekt der lokalen Bevölkerung, der Sakalava.

Nosy Tanikely
Eingangsschild des Parks

Lage:
Der Nationalpark Nosy Tanikely liegt im Nordwesten Madagaskars vor der Küste der Region Diana, gut 8 km südöstlich der bekannten großen Insel Nosy Be, mitten im Kanal von Mosambik. Die Insel ist ausschließlich mit kleinen Booten erreichbar, entweder von Nosy Be oder vom Festland aus. Es verkehren mehrfach wöchentlich Flüge von der Hauptstadt Antananarvio nach Nosy Be. Will man nicht fliegen, so ist ein gemieteter Pkw samt erfahrenem Fahrer das Transportmittel der Wahl. Für die rund 900 km von Antananarivo bis an die Küste sollte man mindestens zwei Tage veranschlagen. Im Hafen nahe Ankify (Doany) legen kleine Fähren an, die täglich nach Nosy Be fahren (nur für Fußgänger). Von Doany aus dauert die Überfahrt mit einem Motorboot je nach Wellengang rund 45 bis 60 Minuten, von Nosy Be aus fährt man gerade einmal 30 Minuten nach Nosy Tanikely. Vorsicht: Motorboote sind für Einzelpersonen relativ teuer – es lohnt sich daher, sich einer Gruppe anzuschließen und den Preis im Voraus zu klären.

Infos zum Nationalpark:
Der Nationalpark Nosy Tanikely besteht erst seit 2011. Er gehört damit zu den kleinsten und jüngsten Nationalparks Madagaskars. Der Park selbst ist nur 3,41 km² groß, die Insel als Mittelpunkt ist seit Urzeiten unbewohnt. Drumherum erstreckt sich auf etwa 700 m Breite ein fantastisches, größtenteils völlig unberührtes Korallenriff. Angeln, Harpunieren und Fischfang mit dem Netz sind hier seit 2010 verboten. Der Süden der Insel verfügt über einen langen, weißen Sandstrand unter Palmen, direkt am türkisblauen Meer, an dem man mit dem Boot ankommt. Der Strand geht hier sehr flach ins Meer über, und bleibt über gut 200 Meter nicht tiefer als vier oder fünf Meter. Der Strand im Osten der Insel dagegen fällt wesentlich steiler ab und geht direkt in tiefes Meer über. Im Norden und Westen befindet sich eine felsige Küste und in der Mitte der Insel steht ein Leuchtturm, der auch heute noch betrieben wird. Ein kleiner Rundweg führt durch den winzigen Sekundärwald der Insel.

Nosy Tanikely
Vorbereitungen für ein fantastisches Essen am Strand

Klima:
Das Klima ist das ganze Jahr über sehr warm mit Durchschnittstemperaturen über 25°C und viel Sonne. Kurze Hosen und T-Shirt reichen für den Besuch völlig aus, nicht vergessen sollte man aber reichlich wasserfeste Sonnencreme und für’s Schnorcheln längere Kleidung. In der Zyklonsaison im Januar und Februar kann es selten einmal passieren, dass wegen starkem Wellengang keine Boote zur Insel fahren.

Infrastruktur:
Die Insel selbst verfügt über ein Sanitärhäuschen mit Toiletten und Dusche sowie fließend Wasser sowie einem kleinen Office, wo man seinen Eintritt entrichtet. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es ausschließlich außerhalb auf Nosy Be oder am Festland. Da Nosy Be zu den touristisch am besten ausgebautesten Gegenden Madagaskars gehört, findet sich hier für jeden Geldbeutel die passende Unterkunft. Auch in Ankify auf dem Festland ist die Auswahl an Hotels und Lodges gut. Übernachtungen sind auf Nosy Tanikely selbst leider nicht möglich.

Picknicks oder ein leckeres Mittagessen direkt am Strand mit Langusten, Fisch und Reis können von den Guides organisiert werden – so kann man den ganzen Tag auf der Insel verbringen und das Schnorchel-Erlebnis voll auskosten. Scuba diving (Tauchen mit Sauerstoffflaschen) ist ausschließlich von Nosy Be aus möglich, dort gibt es einige Tauchschulen. Schnorchelausrüstung jedoch kann man gegen einen kleinen Obolus (15.000 Ariary für Flossen, Schnorchel und Maske) direkt auf Nosy Tanikely leihen. Ein lokaler Guide für’s Schnorcheln ist keine Pflicht, kann aber sehr hilfreich sein, wenn man bestimmte Tiere sichten möchte.

Fauna & Flora:
Nosy Tanikely ist ein mariner Nationalpark, das heißt fast der gesamte Artenreichtum der Insel findet sich im Wasser. Auf der Insel selbst gibt es einige kleinere Reptilien wie Schildechsen und Pantherchamäleons, Unmengen Einsiedlerkrebse und ein paar eingeschleppte Mohrenmakis. Eine Kolonie Flughunde hat sich ebenfalls auf Nosy Tanikely angesiedelt.

Nosy Tanikely Meeresschildkröte
Eine Meeresschildkröte schwimmt zum Atmen an die Oberfläche

Unter Wasser jedoch geht es so richtig rund: Die bunten, noch völlig intakten Korallengärten reichen bis wenige Meter vor den Strand, und beherbergen eine unglaubliche Fülle an Fischen, Seesternen, Seeigeln, Seegurken und anderen Meeresbewohnern. Zwischen riesigen Korallen finden Doktorfische, Kugelfische und Zackenbarsche eine Heimat. Ganze Fischschwärme ziehen bunt schillernd vorbei, und mit der Unterwasser-Kamera weiß man zeitweise gar nicht, wo man zuerst fotografieren soll.

Ein besonderes Highlight sind die Meeresschildkröten (Caretta caretta und Chelonia mydas), die sich in großer Zahl rund um Nosy Tanikely finden lassen. Besonders ältere Exemplare lassen sich oft von den schwimmenden Schnorchlern über ihnen nicht beeindrucken, und man kann die Tiere dann aus nächster Nähe wunderbar beobachten. Ab und an kann man Delfine im Meer sehen, und sogar Walhaie werden immer wieder mal zwischen Nosy Be und Nosy Tanikely gesichtet.

Nosy Tanikely ist mit Sicherheit einer der schönsten Orte Madagaskars zum Schnorcheln und Tauchen. Selbst wer hier zum allerersten Mal schnorchelt oder kaum Erfahrung im Tauchen hat, wird ein wahres Unterwasser-Paradies vorfinden.

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