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Pierrot Men und sein Fotostudio

Pierrot Men dürfte auf Madagaskar jedem ein Begriff sein: Er ist seit über 40 Jahren der berühmteste Fotograf der Insel. Vor allem die vielen schwarz-weiß Fotografien aus dem Leben seiner Landsleute bleiben im Gedächtnis und berühren Menschen überall auf der Welt.

Pierrot Men
Pierrot Men in seinem Studio

Geboren wurde Pierrot 1954 als Chan Hong Men Pierrot in Midongy du Sud, einem Küstenort im tiefen Südosten Madagaskars. Er ist der Sohn eines Chinesen und einer Franco-Madagassin. Gerade erwachsen geworden, verdiente Pierrot sich sein Brot zuerst mit Ölmalereien. Als Vorlage dienten ihm Fotografien und Schnappschüsse, die er selbst mit alten Leica-Kameras aufgenommen hatte. 1974 eröffnete er ein kleines Fotostudio für Familienportraits und Passbilder in Fianarantsoa, am Rande des südlichen Hochlandes Madagaskars, und verdiente seinen Lebensunterhalt fortan mit der Fotografie von Hochzeiten, Famadihanas und allen möglichen anderen Anlässen. Die Malerei blieb jedoch vorerst sein Hauptstandbein. Eines Tages, 17 Jahre waren inzwischen Land gegangen, entdeckte eine Freundin seine Werke – und riet Pierrot prompt, die Malerei aufzugeben und sich ganz der Fotografie zu widmen.

1985 kam Pierrots fotografische Karriere mit einer vom Fotografen Daniel Rakotoseheno (Dany Be) initiierten Ausstellung in Antananarivo dann richtig ins Rollen. Seitdem stellt Pierrot jedes Jahr Fotografien in Tana aus, und es ist längst nicht dabei geblieben. Paris, Tokio, San Francisco und andere Großstädte rund um den Globus waren schon Gastgeber seiner Ausstellungen. 1994 gewann Pierrot den Fotografiewettbewerb Mother Jones in den USA. Als Preis erhielt er eine Leica, die er heute noch besitzt. Im gleichen Jahr veröffentlichte er mit Bernard Descamps sein erstes Buch „Menschen aus Tana“ (gens de Tana).

Heute besitzt Pierrot Men das größte Fotolabor Fianarantsoas. Besucher können hier seine Bücher, eine riesige Auswahl an Postkarten und natürlich Posterabzüge seiner vielen einzigartigen Fotos erwerben. Und wer ein bisschen Glück hat, kann Pierrot selbst im Studio treffen – wenn er nicht gerade auf eine seiner vielen Reisen unterwegs ist. Wenn der Meister selbst nicht zu Hause ist, wird das Fotostudio von einem seiner fünf Söhne betreut.

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