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Der Großkopfgecko des Südens: Paroedura picta

Der heiße Süden Madagaskars ist die Heimat eines kleinen und sehr hübschen Geckos, dem Großkopfgecko (Paroedura picta). Er besiedelt Dorn- und Trockenwälder rund um Toliara (französisch Tuléar) bis zur Bucht von St. Augustin. Das etwas feuchtere Tal entlang des Flusses Onilahy wird ebenfalls besiedelt. Noch weiter südlich kommt die Art bis nach Berenty und Amboasary Sud sowie Tsimanampetsotsa vor. Entlang der Südwestküste nördlich von Toliara reicht das Verbreitungsgebiet von Paroedura picta über die Bucht von Ranobe bis nach Kirindy im Westen Madagaskars. Als einer der wenigen Arten der Gattung Paroedura klettert dieser Großkopfgecko nicht, sondern bewegt sich so gut wie ausschließlich auf dem Boden. Sandige Dornwälder sind sein bevorzugter Lebensraum.

Typische Körperhaltung mit aufgestelltem Schwanz bei Bedrohung

Paroedura picta ist ausschließlich nachtaktiv. Tagsüber ruhen die rund 15 cm großen Geckos gut versteckt unter Steinen oder Totholz. Sie sind dann leichte Beute für tagaktive Tiere, die eine Gecko-Mahlzeit suchen. Fressfeinde von Paroedura picta sind Schlangen wie die Mahafalynatter, aber auch Vögel wie der Spitzkopf-Seidenkuckuck. Gerade Jungtiere werden häufig Opfer anderer Geckos, sei es der gleichen Art oder einer anderen, größer werdenden Geckospezies. Bemerkt ein Paroedura picta seinen Feind früh genug, so stellt der kleine Gecko drohend seinen Schwanz über dem Körper auf. Fast wie ein Skorpion! Nutzt diese Geste nichts, kann er den Schwanz immer noch abwerfen und damit den Gegner ablenken, während der Gecko selbst verschwindet. Der Schwanz wächst später wieder nach.

Mit der Regenzeit ab Ende November kommt die beste Zeit für die Großkopfgeckos im Süden Madagaskars. Das Angebot an Insekten nimmt nun jeden Tag zu. Die beste Gelegenheit, um sich fortzupflanzen! Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarung. Das Weibchen legt nach nur zwei bis drei Wochen zwei weiße, kugelrunde Eier ab. In jeder Regensaison produziert das Weibchen gleich mehrere befruchtete Gelege – teils mit, teils ohne neuerliche Paarung mit einem Männchen. Nach knapp zwei Monaten schlüpfen die Jungtiere und finden dank der Regenzeit ein reiches Buffet vor. Paroedura picta ist kein Kostverächter. Gefressen wird jedes Insekt, was ins Maul passt. Selbst vor giftigen Skolopendern schrecken die hungrigen Geckos nicht zurück.

Sobald die Trockenzeit Ende März einsetzt, endet die Fortpflanzungssaison der Großkopfgeckos. Die Jungtiere der vorangegangen Regenzeit müssen nun beweisen, dass sie schon stark genug sind, viele Monate mit nur wenig Nahrung auszukommen. In der nächsten Regenzeit werden sie dann selbst für Nachwuchs sorgen. Rund zehn Jahre können die Geckos unter günstigen Bedingungen alt werden.

Wer die schönen Geckos in der Wildnis erleben möchte, der sollte sich im Arboretum Antsokay, im Reservat Berenty oder im Nationalpark Tsimanampetsotsa umsehen. Dort findet man die kleinen Reptilien vor allem während der Regenzeit regelmäßig am Boden.

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