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Ankarafantsika Nationalpark

Ankarafantsika:
Das Wort selbst bedeutet soviel wie „dornige Berge“ und spielt auf die berühmte Schlucht des Parks an. Außerdem wird Ankarafantsika auch „das Königreich der Vögel“ genannt, weil die Gegend sehr günstig für Vogelbeobachtungen ist.

Camp ground
Campground

Lage:
Der Nationalpark von Ankarafantsika liegt im Nordwesten Madagaskars in der Region Ambato Boeny. Er befindet sich 420 km nördlich von Antananarivo sowie 115 km westlich der Hafenstadt Mahajanga. Die RN4 verbindet beide Städte und führt direkt durch den Nationalpark. Die Anreise  aus Antananarivo ist sowohl mit dem eigenen Pkw als auch mit dem Taxibrousse möglich. An reiner Fahrtzeit muss man mit etwa  8-10 h rechnen, die Taxibrousse benötigen allerdings deutlich länger. Da letztere außerdem in der Regel sehr alt, völlig überfüllt  sind und der Fahrstil äußerst abenteuerlich ist, wählt man sicherer und bequemer den privaten Pkw. Eine weitere Möglichkeit sind Inlandsflüge von Tana nach Mahajanga und die etwas kürzere Anreise  (etwa 2 h) von dort mit einem Geländewagen samt Fahrer.

Infos zum Nationalpark:
Auf etwa  1350 km² beherbergt Ankarafantsika einen enormen Artenreichtum. Das Schutzgebiet selbst besteht schon seit 1927, wurde aber erst 2003 auch offiziell zum Nationalpark ernannt. Verschiedene Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen führen durch den Park. Besonders empfehlenswert ist der etwa zweistündige, gemütliche Rundgang um den etwa 0,6 km² großen See Ravelobe. Früher waren hier Bootsfahrten möglich, inzwischen werden diese leider wegen einer ausufernden Wasserhyazinthen-Plage nicht mehr regelmäßig angeboten.

Coquerell-Sifakas
Coquerel-Sifaka-Mama mit Nachwuchs

An bewölkten Tagen ist die  anstrengendere Route zur Ambalabongo-Schlucht ein lohnenswertes, einzigartiges Ziel, nicht nur für Fotografen. Das gesamte Schutzgebiet wird zum Teil mit Hilfsmitteln aus Deutschland finanziert. Direkt am Nationalpark liegt eine kleine Zuchtstation für Schildkröten, die sich unter anderem dem Arterhalt und der Wiederauswilderung der extrem seltenen Schnabelbrustschildkröte (Astrochelys yniphora) verschrieben hat – auf Malagasy heißt sie Angonoka.

Klima:
Ankarafantsika besteht vor allem aus ausgedehnten Trockenwäldern und einigen Savannenlandschaften mit heißem Klima. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen erreichen während der Trockenzeit von Mai bis Oktober gerne 25-30°C und mehr, eine Wanderung kann dadurch für Reisende schnell sehr anstrengend werden. Die faszinierende Natur belohnt jedoch alle Mühen. Nichtsdestotrotz sollte man insbesondere auf dem Weg zur Schlucht zwei bis drei Litern Wasser pro Person und langer Kleidung einplanen.

Infrastruktur:
Der Campground des Nationalparks bietet überdachte Zeltplätze, ein Restaurant, einfache Sanitäranlagen (inklusive Duschen sowie Toiletten) und einige sehr rustikale Bungalows. Direkt am Campground befindet sich das Park Office, wo man Eintrittsgeld zahlt und einen lokalen Guide zugewiesen bekommt. Strom ist auf dem Campground meistens vorhanden, aber nicht immer. In Ampijoara, dem direkt anschließendem Dorf, gibt es keine Unterkünfte. Ambondromamy, die nächst gelegene Stadt in rund 50 km Entfernung, bietet nur sehr rustikale, einzelne Zimmer. Nur das 115 km entfernte Mahajanga ist Standort einiger Hotels. Ankarafantsika dient als Wasserspeicher für die gesamte in der Nähe liegende Reisanbauregion Marovoay am Fluss Betsiboka, ist jedoch insgesamt touristisch wenig erschlossen. Die Sakalava, die hier wohnen, leben vor allem von ihren Zebus und dem angebauten Reis.

Phelsuma kochi
Phelsuma kochi

Fauna & Flora:
Flora und Fauna des Nationalparks lassen für Naturfreunde keine Wünsche offen.  Rund 820 Tierarten  (davon etwa 130 Vogelspezies) haben hier ihre Heimat, davon kommen über 80% ausschließlich auf diesem Flecken Erde vor. Ein Highlight des Parks ist der Madagaskar-Seeadler (Haliaeetus vociferoides) oder madagassisch Ankoay, der sich bevorzugt um den See Ravelobe aufhält. Aber auch andere Vögel wie Hakenschnabelvanga, Bienenfresser,  Drongos und Paradiesschnäpper tummeln sich im Park. Zwischen Bäumen und Büschen finden sich riesige, enorm stabile Netze der bunten Seidenspinnen (Nephila madagascariensis). Der See Ravelobe ist berühmt für seine Nilkrokodile (Crocodylus niloticus madagascariensis), die sich hier bestens vermehren und von niemandem gestört werden, da sie bei den Einheimischen als heilig gelten. Mausmakis, Skinke, Geckos und Chamäleons wie das hübsche Furcifer rhinoceratus sind weitere Bewohner von Ankarafantsika. Neugierige Coquerel-Sifakas (Propithecus coquereli) kommen teils bis auf den Campground, wo sie bestens beobachtet werden können. Aber auch Pflanzenliebhaber kommen in Ankarafantsika auf ihre Kosten, sei es bei stacheligen Krokodilbäumen oder den letzten zwei Baobabs ihrer Art in der Nähe des Sees.

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