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Ankarafantsika Nationalpark

Ankarafantsika:
Das Wort Ankarafantsika bedeutet soviel wie „dornige Berge“ und spielt auf die berühmte Schlucht des Parks an. Außerdem wird Ankarafantsika auch „das Königreich der Vögel“ genannt.

Ankarafantsika Campground
Campground bei Ampijoroa

Lage:
Der Nationalpark von Ankarafantsika liegt im Nordwesten Madagaskars in der Region Ambato Boeny. Er befindet sich 420 km nördlich von Antananarivo sowie 115 km westlich der Hafenstadt Mahajanga. Die RN4 verbindet beide Städte und führt direkt durch den Nationalpark. Die Anreise  aus Antananarivo ist sowohl mit dem eigenen Pkw als auch mit dem Taxibrousse möglich. An reiner Fahrtzeit muss man mit etwa  10 h rechnen, die Taxibrousse benötigen allerdings deutlich länger. Da letztere außerdem in der Regel sehr alt, völlig überfüllt  sind und der Fahrstil äußerst abenteuerlich ist, wählt man sicherer und bequemer den privaten Pkw. Eine weitere Möglichkeit sind Inlandsflüge von Tana nach Mahajanga und die etwas kürzere Anreise  (etwa 2 h) von dort mit einem Geländewagen samt Fahrer.

Infos zum Nationalpark:
Auf etwa  1350 km² Trockenwald, Seen, Schluchten und Savannen beherbergt Ankarafantsika einen enormen Artenreichtum. Das Schutzgebiet selbst besteht schon seit 1927, wurde aber erst 2003 auch offiziell zum Nationalpark ernannt. Seit 2017 sind Teile des Nationalparks sogenanntes Ramsar-Schutzgebiet (Nr. 2289). Die vom WWF initiierte, in Ramsar im Irak beschlossene Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten wurde bereits 1971 verabschiedet. Madagaskar unterzeichnete den Vertrag 1999. In den geschützten Gebieten darf nicht gejagt werden und die unterzeichnenden Parteien verpflichten sich, darin den Fortbestand der natürlichen Fauna und Flora zu sichern.

Coquerell-Sifakas
Eine Coquerel-Sifaka-Mama mit Nachwuchs – diese Lemurenart ist vom Aussterben bedroht

Verschiedene Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen führen durch Ankarafantsika Besonders empfehlenswert ist der etwa dreistündige, gemütliche Rundgang um den etwa 0,6 km² großen See Ravelobe. An etwas bewölkten Tagen ist die  anstrengendere Route zur Ambalabongo-Schlucht ein lohnenswertes, einzigartiges Ziel, nicht nur für Fotografen. Das gesamte Schutzgebiet wird zum Teil mit Hilfsmitteln aus Deutschland finanziert. Direkt am Nationalpark liegt eine kleine Zuchtstation für Schildkröten, die sich unter anderem dem Arterhalt und der Wiederauswilderung der extrem seltenen Schnabelbrustschildkröte (Astrochelys yniphora) verschrieben hat – auf Malagasy heißt sie Angonoka. Die Zuchtstation wird betrieben und finanziert vom Durrell Wildlife Conservation Trust.

Klima:
Ankarafantsika besteht vor allem aus ausgedehnten Trockenwäldern und einigen Savannenlandschaften mit heißem Klima. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen erreichen während der Trockenzeit von Mai bis Oktober gerne 25-30°C und mehr, eine Wanderung kann dadurch für Reisende schnell sehr anstrengend werden. Die faszinierende Natur belohnt jedoch alle Mühen. Nichtsdestotrotz sollte man insbesondere auf dem Weg zur Schlucht zwei bis drei Litern Wasser pro Person und lange, vor der Sonne schützende Kleidung einplanen.

Ein großer Madagaskar-Baumleguan in Ankarafantsika

Infrastruktur:
Der Campground des Nationalparks bietet befestigte, überdachte Zeltplätze, ein kleines Restaurant, einfache Sanitäranlagen (Duschen und Toiletten) und einige sehr rustikale Bungalows. Direkt am Campground befindet sich das Park Office, wo man Eintrittsgeld zahlt und einen lokalen Guide zugewiesen bekommt. Strom ist auf dem Campground meistens vorhanden, aber nicht immer. In Ampijoara, dem direkt anschließendem Dorf, gibt es keine Unterkünfte. Ambondromamy, die nächst gelegene Stadt in rund 50 km Entfernung, bietet nur sehr rustikale, einzelne Zimmer. Nur das 115 km entfernte Mahajanga ist Standort einiger Hotels. Ankarafantsika dient als Wasserspeicher für die gesamte in der Nähe liegende Reisanbauregion Marovoay am Fluss Betsiboka, ist jedoch insgesamt touristisch wenig erschlossen. Die Sakalava, die hier wohnen, leben vor allem von ihren Zebus und dem angebauten Reis. Eine Taxibrousse-Station direkt am Campground wird außerdem dazu genutzt, lokale Produkte wie Honig, Obst und Mangosalat zu verkaufen.

Fauna & Flora:

Flora und Fauna des Nationalparks lassen für Naturfreunde keine Wünsche offen.  Rund 820 Tierarten  (davon allein rund 130 Vögel) haben hier ihre Heimat, davon kommen über 80% ausschließlich auf diesem Flecken Erde vor. Ein Highlight des Parks ist der Madagaskar-Seeadler (Haliaeetus vociferoides) oder madagassisch Ankoay, der sich bevorzugt um den See Ravelobe aufhält. Aber auch andere Vögel wie Hakenschnabelvanga, Spitzschopf-Seidenkuckuck, BienenfresserDrongos und Paradiesschnäpper tummeln sich im Park. Zwischen Bäumen und Büschen finden sichriesige, enorm stabile Netze der bunten Seidenspinnen (Trichonephila madagascariensis).

Sanzinia volontany
Eine Madagaskar-Hundskopfboa, Sanzinia volontany, am See Ravelobe

Der See Ravelobe ist außerdem berühmt für seine Nilkrokodile (Crocodylus niloticus madagascariensis), die sich hier bestens vermehren und von niemandem gestört werden, da sie bei den Einheimischen als heilig gelten. Mausmakis, Skinke, Geckos wie Blaesodactylus ambonihazo und Chamäleons wie das hübsche Furcifer rhinoceratus  und das Erdchamäleon Brookesia decaryi sind weitere Bewohner von Ankarafantsika. Allgegenwärtig sind die großen, grünen Kochs Taggeckos (Phelsuma kochi). Wer genauer sucht, kann sogar den seltenen Blattschwanzgecko Uroplatus guentheri entdecken. Neugierige Coquerel-Sifakas (Propithecus coquereli) kommen fast täglich bis auf den Campground, wo sie bestens beobachtet werden können. Ankarafantsika ist auch Heimat des ebenfalls vom Aussterben bedrohten Mongozmakis (Eulemur mongoz). Aber auch Pflanzenliebhaber kommen in Ankarafantsika auf ihre Kosten, sei es bei stacheligen Krokodilbäumen oder den letzten zwei Baobabs ihrer Art in der Nähe des Sees.

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