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Sonstige Säugetiere allgemein

Auf Madagaskar gibt es ursprünglich keine großen Säugetiere wie Büffel, Zebras, Giraffen, Nilpferde, Löwen oder andere in Afrika anzutreffende Großtiere. Wiederkäuer, die fast alle Regionen der Welt besiedeln,  fehlen auf Madagaskar völlig. Die längst überall gehaltenen Zebus (Buckelrinder) wurden vom Menschen als Hausrind eingeschleppt und kommen nicht in freier Natur vor. Die indische Zibetkatze wurde ebenfalls vom Menschen eingeschleppt. Sie nimmt vielen einheimischen Tieren Nahrung und Lebensraum, da sie sich ähnlich Hauskatzen und -hunden gut vermehrt und sehr anpassungsfähig ist.

Ringelschwanzmanguste Gallidia elegans im Montagne dAmbre
Ringelschwanzmanguste im Montagne d’Ambre

Das größte einheimische Säugetier Madagaskars ist die Fossa, die auf gerade mal 35 cm Schulterhöhe kommt, neben dem Indri mit seinen maximal 10 kg Körpergewicht. Die kleineren Raubtiere Madagaskars bilden eine eigene Familie und kommen wie soviele Tiere auf Madagaskar nur auf dieser Insel vor. Die Fanaloka, ein kleines ginsterkatzenähnliches Raubtier, ist nur paarweise in den Regen- und Trockenwäldern der Ost- und Nordküste zu finden. Ihr Schwanz dient als Fettspeicher. Die neugierigen Mangusten Madagaskars haben als Hühnerdiebe vielerorts einen schlechten Ruf. Sie können in vielen Nationalparks beobachtet werden, da sie sich gerne menschlichen Kochtöpfen nähern und sehr clevere Gesellen sind, die sowohl klettern als auch schwimmen können. Der Ringelschwanzmungo lebt im Gegensatz zu den übrigen kleinen Raubtieren Madagaskars als einziger in Familienverbänden.

Neben den Raubtieren gibt es natürlich noch andere Säugetiere auf Madagaskar. Vielen Reisenden bekannt sind die Tenreks, von denen nur die Otterspitzmäuse noch weitere Heimatinseln haben. Fünf Tenrek-Arten tragen Stacheln auf dem Rücken, was sie sehr an Igel erinnern lässt (weshalb man sie auch „Igeltentreks“ nennt) – mit denen sind die kleinen Insektenfresser aber nicht einmal verwandt. Entgegen der geläufigen Meinung gehören noch viele weitere Arten zu den Tenreks, die sich in Lebensweise und Aussehen teils stark voneinander unterscheiden. Manche Tiere wie der Wassertanrek leben – der Name lässt es vermuten – vor allem im Wasser, der Reiswühler gräbt sich in die Erde ein, Kleintenreks beklettern Bäume. Die meisten Tenreks jedoch sind nachtaktive Bodenbewohner wie der Streifentenrek.

Kängururatte in Kirindy

Weitere kleinere Säugetiere Madagaskars sind die Madagaskarratte, die ähnlich ihren europäischen Verwandten zu den Nagetieren gehört, oder das Rattenkänguru (Votsotsa), das seltenste Nagetier Madagaskars. Das Buschschwein kommt ebenfalls auf der Insel vor und ist das einzige dieser Familie auf der Insel.

Abgesehen von den Landbewohnern gibt es übrigens vor Madagaskar auch säugende Meeresbewohner. Regelmäßig ziehen von August bis September Buckelwale an der Ostküste entlang, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Mit etwas Glück können vor der Nordküste auch Schlankdelfine, Buckeldelfine (Sousas), ostpazifische Delfine, Bryde-Wale, große Tümmler, Grindwale und die extrem seltenen und lange für ausgestorben gehaltenen Omurawale beobachtet werden. Und auch in der Luft tummeln sich des Nachts einige Säugetiere – drei Arten von Fledermäusen sind auf Madagaskar heimisch.

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