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Canal des Pangalanes

Der Canal des Pangalanes ist ein Fluss von gut 645 km Länge. Er verläuft parallel zur Ostküste Madagaskars, und liegt an vielen Stellen nur wenige Hundert Meter vom Indischen Ozean entfernt.

Bereits zu Zeiten der Merina-Könige ab dem 16. Jahrhundert waren Wasserwege angelegt worden, um voneinander abgeschnittene Regionen zu verbinden. Der Landweg war zu beschwerlich, und der Indische Ozean mit seien reißenden Wellen bot keine Alternative. Unter dem französischen Militärkommandeur Joseph Gallieni wurden zu Zeiten der Kolonialmacht Frankreichs die existierenden Kanäle und Gewässer dann ab 1896 zu einem einzigen, nahezu endlosen Fluss verbunden. Es dauerte acht Jahre, bis der Canal des Pangalanes für die erste Bootsfahrt bereit war. In den 1950er Jahren wurde er auf seine heutige Größe erweitert.

Der Canal des Pangalanes dient noch heute als wichtigster Schifffahrtsweg zwischen Mahavelona (früher Foulpointe) sowie der größten Hafenstadt an der Ostküste, Toamasina (Tamatave) und Farafangana im Südosten Madagaskars. Er ist jedoch nicht nur Attraktion für Reisende und Lebensader für die daran wohnenden Fischer, sondern auch einziger Versorgungsweg vieler an den Kanal angrenzender Dörfer und Städte. Zu schwimmenden Taxibrousse umgebaute Boote verkehren zwischen größeren Städten, und oft liegen sie bedenklich tief im Wasser. Kohle, Lebensmittel, Baumaterial und Tiere – alles wird auf dem Canal des Pangalanes transportiert. Seit Jahrzehnten hat sich hier kaum etwas geändert.

Vollständig kann man den Fluss heute leider nicht mehr befahren, er ist an vielen Stellen versandet oder mit Wasserhyazinthen überwuchert. An etlichen Stellen leben Krokodile. Beispielsweise die Strecke von Manakara bis Mananjary kann jedoch gut mit der Piroge befahren werden. Fährt man mehrere Stunden am Tag, dauert diese Strecke rund fünf Tage – ein Sitzkissen ist in den harten Holzbooten äußerst praktisch. Südlich von Toamasina haben sich etliche Hotels direkt am Canal des Pangalanes oder an daran angrenzenden Seen wie Rasoabe oder Ampitabe angesiedelt, auch sie sind ausschließlich über den Fluss zu erreichen.

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