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Reservat V.O.I.M.M.A.

Andasibe liegt rund 130 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt und ist mit dem wenige Kilometer davon gelegenen Nationalpark Andasibe-Mantadia einer der Hauptanziehungspunkte für Reisende auf Madagaskar. Mit dem Auto ist das Dorf innerhalb von vier Stunden von Tana aus zu erreichen. Ein empfehlenswertes kleines Reservat, dessen Eingang in Sichtweite des Bahnhofs von Andasibe liegt, ist V.O.I.M.M.A. Die Buchstabenfolge ist die Abkürzung für Vondron’olona miaro mitia ala, zu deutsch „Die Leute des Ortes lieben den Wald“.

VOIMMA Reservat 8
Ein Indri

Der Name ist Programm: Gegründet wurde das Reservat 2012 von Dorfbewohnern Andasibes als Alternative zum staatlich geführten Nationalpark, der direkt nebenan liegt. Die Menschen wollten ihr eigenes Land wieder selbst verwalten und ökotouristisch nutzen. Rund 0,4 km² Primärwald gehören zum Gebiet des jungen Parks, der nicht nur der Erholung dient, sondern die hier lebenden Menschen auch über Natur- und Artenschutz informieren soll. Zehn Mitarbeiter kümmern sich um das kleine Office, den dazugehörigen Souvenirshop und den Regenwald. Die Hälfte des erwirtschafteten Geldes wird zu Gunsten verschiedener Projekte in Andasibe genutzt, zum Beispiel zum Bau von Brunnen oder dem Unterhalt einer medizinischen Versorgungsstation vor Ort. V.O.I.M.M.A. folgt damit ähnlichen kommunalen Projekten wie dem Anja Community Reserve, die sich dem nachhaltigen Nutzen ihrer bedrohten Wälder verschrieben haben. Bisher kann man solche Reservate auf Madagaskar an einer Hand abzählen, und umso wertvoller ist jedes einzelne von ihnen.

Trotz seiner geringen Größe ist das Reservat ein unberührtes Paradies für endemische Tiere und Pflanzen, in dem man gut einen ganzen Tag verbringen und die Natur in vollen Zügen genießen kann. Einige Gruppen Indris, dem größten Lemur der Welt, können hier in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden, und ihre weißhäuptigen Verwandten, die Diademsifakas (Propithecus diadema), nutzen die Baumkronen ebenfalls zur Rast am Mittag. Auch kleinere Lemuren sind unterwegs. Das Klima ist wie im Hochland üblich tagsüber meist angenehm warm, nachts kann es empfindlich kühl werden. Feucht ist es selbst in der Trockenzeit immer.

Giraffenhalskäfer
Giraffenhalskäfer

Für Reptilien– und Amphibienfreunde bietet das Reservat an seinem glasklaren Fluss unzählige Frösche (unter anderem Boophis pyrrhus, Boophis viridis und madagascariensis) und im Wald verschiedene Chamäleons (Furcifer wilsii, Calumma parsonii cristifer, Calumma nasuta und brevicornis) sowie den kleinen Blattschwanzgecko Uroplatus phantasticus. Auch der skurrile Giraffenhalskäfer (Trachelophorus giraffae) lässt sich hier gut finden.

Da es sich nicht um einen Nationalpark handelt, können im Reservat V.O.I.M.M.A. nach Voranmeldung sogar Nachtwanderungen unternommen werden. Im Dunkeln zeigt sich der Wald von seiner gespenstischen, aber nicht weniger faszinierenden Seite. Sie werden sich wundern, wie viele Tiere man unter dem Sternenhimmel finden kann! Die Rundwege durch den Regenwald sind gut begehbar mit nur wenigen steileren Abschnitten versehen, die mehrheitlich gut befestigt sind.

Das Reservat ist täglich von 6.30 Uhr morgens bis kurz vor Sonnenuntergang, gegen 17:30 Uhr, geöffnet. Der Eintritt kann direkt am Parkeingang entrichtet werden und liegt bei 15.000 bis 30.000 Ariary (5 bis 10 €) pro Person je nach Dauer des Besuchs.

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