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Taxi Be

Das Gegenstück zu den Buschtaxis oder Taxibrousse auf Madagaskar sind die sogennanten Taxi Be. Zu deutsch heißt das schlicht „großes Taxi“. Sie verkehren ausschließlich im Stadtverkehr größerer Städte bzw. zwischen Vororten und unternehmen keine Überlandsfahrten. Man erkennt sie leicht an den bunten Streifen, die rund um den Kleinbus führen, und großen Nummern hinter der Windschutzscheibe. Die verschiedenen Farben stehen für unterschiedliche Fahrtrouten: So kann jeder, auch ohne des Lesens mächtig zu sein, den Zielort des Taxi Be erkennen.

Bei den genutzten Fahrzeugen handelt es sich meist um Mercedes-Kleinbusse, die aus Europa importiert und auf Madagaskar umgebaut werden. Statt der ursprünglich eingebauten Sitze oder der Ladefläche werden bis zu sieben wenig komfortable Sitzreihen eingebaut. In der Mitte verläuft ein Gang, über den die Sitzplätze erreichbar sind. Ist eine Reihe voll, so wird ein Brett über den Gang gelegt, um einen weiteren Sitzplatz zu schaffen. Auf diese Weise wird es schnell eng und voll im Bus, und jeder Ein- oder Ausstieg wird zum Abenteuer. Mehr als 20 Menschen pro Bus sind auf Madagaskar ganz normal. Die Hecktür steht offen und ist mit einem kleinen Seil am Dach befestigt. Ein Helfer steht stets auf der Heckkante, um die Tür mittels des Seils für Fahrgäste zu öffnen und zu schließen. Bei ihm bezahlt man auch die Fahrt, sobald man eingestiegen ist. Einen tatsächlich gut funktionierenden Fahrplan gibt es allerdings nicht – typisch Madagaskar gilt auch hier „mora mora“, also „immer mit der Ruhe“. Das Taxi Be fährt, wenn es eben fährt, meist nur sehr grob nach dem offiziellen Fahrplan gerichtet, und es verkehren auf jeder Strecke mehrere Busse. Neben den regulären Haltestellen nehmen Taxi Be auch unterwegs Passagiere auf oder lassen Menschen raus. Gepäck wird auf das Dach gepackt und loser befestigt als bei den Taxibrousse, wodurch gerne mal ein Karton oder ein Topf von selbst den Weg auf die Straße findet. Taxi Be fahren grundsätzlich nicht nachts, sondern sind nur im Zeitraum zwischen fünf Uhr morgens und spätestens 20 Uhr abends unterwegs.

Da die Kleinbusse meist in schlechtem, rostigen Zustand sind, ist eine Fahrt mit dem Taxi Be nur eingeschränkt für Reisende zu empfehlen. Zwar passieren durch die kürzeren Strecken innerhalb der Stadt weniger tödliche Unfälle als mit den Taxibrousse, doch Taschendiebe und Reifenpannen sind an der Tagesordnung. Dafür kostet eine Fahrt meist weniger als 500 Ariary (15-20 Cent), womit das Taxi Be eines der günstigsten Transportmittel Madagaskars ist. Aktuell werden Taxi Be von verschiedenen Firmen in Antananarivo, Antsirabe, Toamasina (Tamatave), Mahajanga (Majunga), Fianarantsoa und Toliara (Tuéar) angeboten. Für die Hauptstadt Antananarivo gibt es inzwischen sogar eine Smartphone-App mit den existierenden Taxi Be-Linien.

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