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Madagaskars Bienenfresser

Einer der buntesten Vögel Madagaskars ist sicher der Bienenfresser (Merops superciliosus). Hier und da wird er auch Madagaskarspint genannt. Samt Stoß – das ist der Fachausdruck für das Schwanzgefieder – misst der kleine Vogel rund 30 cm Länge, wobei er nicht mal 50 g schwer wird. Männchen und Weibchen sind farblich kaum voneinander zu unterscheiden: Beide tragen das prächtige grüne Gefieder mit der beige-roten Kehle und der schwarzen Augenbinde.

Bienenfresser
Bienenfresser auf einer Tamarinde im Süden Madagaskars

Seine Verbreitung reicht über weite Teile Afrikas. Auf Madagaskar lebt die Unterart Merops superciliosus superciliosus, die auch in Mosambik, Äthiopien, Kenia, Somalia und auf den Komoren vorkommt. Die Vögel bevorzugen küstennahe Gegenden, am besten mit Mangroven, oder Sumpfgebiete. Aber auch Reisfelder werden durchaus als Lebensort angenommen, weshalb der Bienenfresser gut mit der zunehmenden menschlichen Besiedlung Madagaskars zurechtkommt. Über 1500 Höhenmetern kommt er allerdings nicht vor. Früher war man lange davon ausgegangen, dass der madagassische Bienenfresser wie andere seiner Gattung zwischen Sommer- und Winterquartier wechselt und zwischen Festland-Afrika und der Insel Madagaskar wechselt. Nach neueren Forschungen ist dies jedoch nicht der Fall: Der Bienenfresser auf Madagaskar bleibt das ganze Jahr auf der Insel.

Wie sein Name schon verrät, ernährt sich dieser Vogel hauptsächlich von Bienen und Wespen, aber auch von Heuschrecken, Libellen, Termiten, Zikaden und Schmetterlingen. Kurz: Fluginsekten sind genau sein Metier. Zuerst sucht er sich einen guten Ansitz aus, meist sind es die höchsten Äste eines Baumes. Von dort erspäht er passende Beute, die dann geschickt während des Fluges gefangen wird. Dabei erreichen Bienenfresser beachtliche Geschwindigkeiten. Zurück auf seinem Aussichtspunkt wird die Beute getötet, wobei Gifttiere wie Wespen vorher intensiv über einen Ast gerieben werden, um sie unschädlich zu machen.

Bienenfresser sind monogam: Sie finden sich jedes Jahr wieder als Pärchen zusammen, nisten aber gemeinsam mit bis zu 30 Paaren in einer Kolonie. Besonders gute Brutgebiete können bis auf 100 Paare anwachsen. Ihre Nester befinden sich in Erdwällen oder Lehmbänken, und haben einen tunnelartigen Eingang. Zu Beginn der Regenzeit, ab September, legt das Weibchen zwei oder drei Eier. Beide Elternteile brüten fleißig, bis nach nur 19 Tagen die Jungtiere schlüpfen. Die Letzten werden im Dezember flügge – eine enorm kurze Zeitspanne für Bienenfresser, die in anderen Teilen der Welt ihre Jungtiere gut doppelt so lange im Nest behalten. Aber auf Madagaskar ist eben alles ein bisschen anders. Dann startet eine neue Generation Bienenfresser dazu, die große Insel zu erkunden – und vielleicht später selbst Junge großzuziehen.

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