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Reservat Akanin’ny nofy

Akanin’ny nofy:
Der Name Akanin’ny Nofy bedeutet übersetzt soviel wie “das Nest der Träume“. Der Name beschreibt dieses kleine Paradies eigentlich schon perfekt. Bekannter ist das Reservat aber unter seinem zweiten Namen „Palmarium“ oder früher „La Palmarie“.

Lage:

Canal des Pangalanes mit Boot
Mit dem Reservat-eigenen Boot auf dem Canal des Pangalanes

Das Reservat Akanin’ny nofy befindet sich auf einer Halbinsel im Osten Madagaskars, rund 90 km südlich der Großstadt Toamasina (Tamatave).  Von Toamasina fährt man mit dem Auto rund 70 km über die RN2. Die letzten 7 km führen offroad bis in ein Hüttendorf namens Manambato. Von dort aus gelangt man über den See der Könige (Lac Rasoabe) und den Canal des Pangalanes per Boot  zum Reservat (etwa 28 km). Das Reservat liegt direkt am See Ampitabe. Von der Hauptstadt Antananarivo dauert die Anreise mit dem Auto über die RN2 und Boot gute sieben bis acht Stunden für die 300 km. Es gibt keinen Landweg nach Akanin’ny Nofy, die letzten Kilometer können ausschließlich per Boot zurückgelegt werden.

Infos zum Reservat:
Das Grundstück des heutigen Palmariums wurde 1961 von Gunter Gottlebe, einem deutschen Auswanderer, erworben. Er ließ einen kleinen botanischen Garten anlegen und legte den Grundstein für erste Gebäude. Seit Anfang der 2000er Jahre ist das Gelände in französischem Besitz und unter madagassischer Verwaltung. Das Palmarium erstreckt sich über 0,5 km² und beherbergt Tieflandregenwald und diverse Seen. Die Wege im Reservat sind fast alle flach und sehr gut zu begehen. Vom Aussichtspunkt hat man einen tollen Blick über das Reservat, den dazugehörigen Krokodilsee und den See Ampitabe.

Restaurant
Das Restaurant des Palmariums

Seit 2015 existiert außerdem ein Aufforstungsprojekt namens Ala kely, das einen vor vielen Jahrzehnten abgeholzten Korridor in Mitten des Reservats wieder begrünen und so für Lemuren und andere Tiere nutzbar machen soll. Genutzt werden für das Projekt ausschließlich einheimische Gehölze, die aus der Baumschule einer nahe gelegenen NGO bezogen werden. Der Eintritt für einen Tagesausflug ins Reservat kostet rund 15.000 Ariary (rund 5 €) pro Person. Da die lange Bootsfahrt jedoch ziemlich teuer ist, lohnt es sich, den Besuch des Reservats gleich mit mehreren Tagen Aufenthalt zu verbinden. Hotelgäste zahlen keinen zusätzlichen Eintritt für den Besuch des Reservats.

Klima:
An der Ostküste ist es das ganze Jahr über angenehm warm, aber auch stetig feucht. Regen fällt auch während der Trockenzeit regelmäßig. Der Indische Ozean ist nur durch einen Landsteg von wenigen hundert Metern vom See Ampitabe getrennt. Sein Rauschen hört man die ganze Nacht.

Infrastruktur:
Neben dem Reservat direkt am See Ampitabe gehören zum Palmarium sehr gut ausgestattete Bungalows und ein hervorragendes Restaurant mit Bar inmitten des ehemaligen botanischen Gartens. Weitere, mit Kingsize-Betten und Luxusbädern ausgestattete Bungalows sowie ein Restaurant mit Seeblick finden sich wenige Kilometer weiter im Palmarium Beach, das ebenfalls zur Anlage gehört. Strom gibt es von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang, dazu wird ein eigener Generator betrieben.

Calumma parsonii parsonii
Calumma parsonii parsonii im Reservat

In diesem Reservat kann man einfach mal die Seele baumeln lassen! Bei leckerem madagassischem Essen und selbst hergestelltem Rum vergisst man schnell den Alltagsstress. Am See Ampitabe kann man am Sandstrand sonnen, die Füße vom Bootssteg baumeln lassen oder im warmen Wasser ein Bad genießen.  Der Tieflandregenwald kann über einfache Wege zusammen mit einem lokalen Guide erforscht werden. Rund um das Palmarium gibt es lediglich kleine Hüttendörfer. Am See Ampitabe sowie entlang des Canal des Pangalanes gibt es vereinzelte weitere Hotels. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich lediglich in Toamasina oder Manambato. Da jegliche Lebensmittel von Toamasina per Boot ins Reservat geliefert werden müssen, ist das Preisniveau für Madagaskar verhältnismäßig hoch. Möglichkeiten zum Campen gibt es nicht.

Flora und Fauna:
Die Natur bietet hier Pflanzen und Tiere in Hülle und Fülle, die nur auf Ihren Besuch warten. Berühmt ist das Reservat seit Jahren für seine vielen, teilweise sehr zahmen Lemuren. Indris (Indri indri), schwarz-weiße Varis (Varecia variegata), Kronen– und Mohrenmakis (Eulemur coronatus und Eulemur macaco) sowie Rotbauchmakis (Eulemur rubriventer) zählen zu den neugierigen Bewohnern des Reservats. Einige Lemurenarten wurden im Reservat erst von Menschenhand erfolgreich angesiedelt, andere kommen in der Gegend natürlicherweise vor. Sogar das seltene, bizarre Fingertier (Daubentonia madagascariensis) kann man hier mit etwas Glück beobachten.

Schwarz-weißer Vari
Ein neugieriger Vari interessiert sich für Besucher

Hotelgäste können geführte Nachtwanderungen unternehmen, bei denen man kleine Maus- und seltene Wollmakis beobachten kann. Aber nicht nur Madagaskars bekannteste Säugetiere gibt es im Reservat, auch viele kleine Frösche (Heterixalus, Mantella spp.) tummeln sich im Wald und entlang des Sees. Harmlose Schlangen (unter anderem die Blattnasennatter) und bunte Chamäleons (Furcifer pardalis, Calumma parsonii parsonii, Brookesia cf. peyrieriasi) haben hier neben faszinierenden Geckos ebenfalls ein Zuhause. Daneben finden Pflanzenfreunde hier große Bestände der fleischfressenden Kannenpflanzen (Nepenthes madagascariensis). Das Palmarium Beach verfügt über einen gepflegten Orchideen-Bestand, der im November seine ganz Blütenpracht entfaltet. Kurz gefasst: Das Palmarium ist ein kleines, privates Paradies an der Ostküste, das Sie unbedingt sehen sollten!

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