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Spezialreservat Nosy Mangabe

Nosy Mangabe:
Das madagassische „manga be“ hat mehrere Bedeutungen. Es kann sowohl „sehr schön“ (was auf die Insel zweifelsohne zutrifft) als auch „viele Mangos“ oder „sehr blau“ bedeuten.

Lage:

Wasserfall auf Nosy Mangabe
Wasserfall auf Nosy Mangabe

Nosy Mangabe ist eine rund 5,2 km² große Trauminsel, die wenige Kilometer südöstlich von Maroantsetra in der Bucht von Antongil liegt. Mit dem Motorboot von Maroantsetra aus erreicht man die Insel in weniger als einer Stunde. In Maroantsetra befindet sich auch das Büro von Madagascar National Parks, in dem man seinen Besuch anmelden, ein Boot und einen lokalen Guide organisieren und die Eintrittsgelder zahlen kann. In die Stadt gelangt man am besten per Flugzeug von Antanananrivo aus, denn der Landweg ist seit vielen Jahren nur noch extrem schlecht passierbar.

Informationen zum Spezialreservat:
Nosy Mangabe ist rund elf Kilometer lang und war zu früheren Zeiten von Piraten besiedelt, wovon noch einige Überreste zeugen. Seit 1965 ist die Insel ein Spezialreservat und Teil des Nationalpark Masoala. Verschiedene Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen über die Insel und können mit den lokalen Guides begangen werden. Während der Aufstieg zum höchsten Punkt der Insel ziemlich anstrengend ist, sollten die flachen, breiten Wege parallel zum Strand und rund um das Camp für jedermann gut zu laufen sein. Auch ein Besuch des alten Leuchtturms ist möglich.

Klima:
Auf Nosy Mangabe herrscht das ganze Jahr über eine enorm hohe Luftfeuchtigkeit. Es ist außerdem sehr warm, auch nachts sinken die Temperaturen selten unter 20°C. Zur Zyklonzeit von Dezember bis Februar sind Besuche wegen des Wellengangs nicht immer möglich.

Infrastruktur:

Klohäuschen auf Nosy Mangabe
Klohäuschen auf Nosy Mangabe

Nosy Mangabe ist vollständig von Regenwald bedeckt, auf der Westseite gibt es dazu einen wunderschönen goldfarbenen Strand. Dort befindet sich auch der Campground, ein Haus für die Inselwächter inklusive einfacher Küche sowie sanitäre Anlagen (Dusche, WC) mit fließend Wasser (kein Strom). Verpflegung, Campingkocher und weitere Ausrüstung müssen vollständig aus Maroantsetra mitgebracht werden. Ein kleiner begehbarer Wasserfall befindet sich nur wenige Meter vom Campground entfernt. Wer unter freiem Himmel duschen möchte, hat hier also auch dazu eine Möglichkeit. Übernachtungen sind ausschließlich mit dem eigenen Zelt möglich, zum bequemen Unterstellen gibt es entlang des Strandes einige Holzgestelle mit Dächern, die allerdings in den letzten Jahren teils verfallen sind.

Flora & Fauna:
Berühmt ist die Insel für das Vorkommen von Aye-Ayes (Daubentonia madagascariensis), zu deren Schutz das Reservat ursprünglich auch gegründet wurde. Leider sind seit einigen Jahren Nachtwanderungen in allen madagassischen Nationalparks verboten, so dass man die nachtaktiven Tiere leider nicht zu Gesicht bekommt. Stattdessen bietet Nosy Mangabe jedoch eine Fülle an anderen endemischen Tieren, die man tagsüber auf jeden Fall kennenlernen kann – es ist gerade für Naturfreunde wirklich eine Trauminsel und bietet ein grandioses Naturerlebnis. Neben den Fingertieren leben schwarz-weiße Varis (Varecia variegata) und Weißkopfmakis (Eulemur albifronshier, die teils bis zum Campground kommen. Kleine Mausmakis turnen abends in den Bäumen über den Zelten.

Uroplatus fimbriatus auf Nosy Mangabe
Einer der unzähligen Blattschwanzgeckos (Uroplatus fimbriatus)

Nosy Mangabe ist wortwörtlich ein Paradies – nicht nur für Lemuren– und Reptilienfreunde. Am  goldfarbenen Strand kann man unter Bäumen am Meer entspannen oder den urigen, mit Farnen und Flechten bewachsenen Regenwald auf der Suche nach Geckos, Chamäleons, Schlangen und Fröschen erforschen. Von der Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis) über unzählige wunderschöne Buntfrösche (unter anderem Mantella laevigata), knallbunte Krabben und Taggeckos bis hin zu winzigen Erdchamäleons (Brookesia peyriasi) oder größeren, farbenfrohen Pantherchamäleons bleiben auf Nosy Mangabe sicher keine Wünsche offen. Besonders Freunde der Blattschwanzgeckos (vor allem Uroplatus fimbriatus) werden hier fündig, denn nirgends auf Madagaskar gibt es soviele davon so leicht zu finden. Tagsüber tarnen sich die Tiere meisterhaft flach an Äste gedrückt, nachts werden sie aktiv auf der Suche nach Insekten. Im August ist es möglich, von der Insel aus die unzähligen Buckelwale zu beobachten, die jedes Jahr in die Bucht von Antongil kommen, um dort ihre Jungen zu gebären. Man nennt die Bucht deshalb auch die „Wiege der Wale“.

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