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Nosy Komba

Nosy Komba, zu deutsch Lemureninsel, ist der Spitzname einer kleinen Insel im Kanal von Mozambik an der Nordwestküste Madagaskars. Sie gehört zur Region Diana und ist nur wenige Kilometer vom nächsten Dorf an Land, Ankify, entfernt. Vom Hafen von Doany aus fährt man mit dem Motorboot knapp zwanzig Minuten über’s Meer, von Nosy Be aus ist es ähnlich weit.

Mit einem Durchmesser von acht Kilometern ist Nosy Komba die zweitgrößte vulkanische Insel Madagaskars nach Nosy Be. Ihr ursprünglicher Name lautet Nosy Ambariovato, was so viel bedeutet wie „von vielen Steinen umgeben“. Von oben betrachtet ist Nosy Komba kreisrund, was daran liegt, dass die Insel ursprünglich ein Vulkan war und immernoch ist. Der ist jedoch seit Jahrhunderten nicht mehr aktiv, und so gibt es hier inzwischen eine ganze Reihe kleine Dörfer mit insgesamt rund 4000 Einwohnern. Die Menschen hier sind Sakalava und leben vorwiegend von der Fischerei und dem Tourismus. Das größte Dorf der Insel heißt Ampangorina und ist Dreh- und Angelpunkt für Besucher, die vor allem aus Nosy Be herüberkommen. Schon von Weitem sieht man Tischdecken und Zierdeckchen im Winde auf Leinen wehen – sie werden vor Ort in jeglicher Ausfertigung von Hand hergestellt. Unmengen Hütten und Stände bieten Andenken an – entlang einiger Wege auf Nosy Komba kommt man sich daher ein wenig wie in einem überdimensionierten Souvenir-Shop vor.

Ein Mohrenmaki-Weibchen
Ein Mohrenmaki-Weibchen

Berühmt ist Nosy Komba vor allem wegen seiner namensgebenden Mohrenmakis, die durch ständiges Füttern extrem zutraulich geworden sind – hat man Obst in der Hand, springen einige Tiere dem Besucher schonmal auf die Schulter. Leider ist die Population sehr klein und isoliert, weswegen etliche der Mohrenmakis inzwischen Inzuchterscheinungen wie Blindheit zeigen. Der Eintritt zum Besuch des Lemurengeländes kostet rund 4.000 Ariary (1-2 €) und wird zur Zeit in eine Art Tierpark mit Sekundärvegetation umgewandelt. Nur rund 0,6 km² der Insel sind Reste von Primärwald und offizielles Schutzgebiet. Die höchste Erhebung Nosy Kombas schafft es auf 621 m über NN – ein Wanderweg führt bis auf den heiligen (fady) Gipfel Antaninaomby. Die Tour dauert vier bis sechs Stunden, je nachdem wie zügig man im warmen Klima unterwegs ist. Seit 2013 findet jährlich im Juli der sogenannte Maki Run statt. Läufer, die sich im tropischen Klima mal austoben wollen, können hier Strecken von 18 oder 30 km zurücklegen.

Fahrzeuge, auch Zebukarren, sucht man auf Nosy Komba vergeblich. Wer die kleine Insel erkunden will, muss sich zu Fuß auf den Weg machen. Einige sehr einfache bis gute, kleine Unterkünfte bieten Übernachtungen auf Nosy Komba an. Direkt am Sandstrand kann man die Sonne genießen und die Seele baumeln lassen. Auf der dem Landesinneren zugewandten Seite gibt es entlang eines kleinen Riffs die Möglichkeit, zwischen bunten Fischen und über Seezungen zu tauchen und zu schnorcheln. Eine Tauschule gibt es auf Nosy Komba selbst zwar nicht, aber Ausrüstung und Tauchgänge lassen sich auf der Nachbarinsel Nosy Be buchen.

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