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Nosy Hara Nationalpark

Nosy Hara:
Der Name bedeutet soviel wie „gebirgige Insel“ („hara“ stammt vom madagassischen „harana“ = Gebirge), was auf die charakteristischen Nadelsteinfelsformationen zurückgeht. Die Insel gehört zu einem kleinen Archipel von zwölf unbewohnten Eilanden, die von Korallenriffen umgeben sind.

Nosy Hara
Felsen auf der Insel

Lage:
Die Insel Nosy Hara liegt im Norden Madagaskars in der Baie de Courrier, die zur Region Diana gehört. Die größte Küstenstadt des Nordens, Antsiranana (Diego Suarez) liegt rund 30 km in östlicher Richtung von Nosy Hara entfernt. Von der Hauptstadt Antananarivo sind es gute 1000 km bis in den Norden Madagaskars, weshalb Inlandsflüge von Tana nach Diego Suarez die einfachere Variante sind. In Diego befindet sich auch das Office von Madagascar National Parks (MNP), bei denen man einen geplanten Besuch auf Nosy Hara ankündigt. Von Antsiranana aus fährt man dann mit einem gemieteten Geländewagen rund anderthalb Stunden bis in ein kleines Hüttendorf, von wo Motorboote zur Insel übersetzen. Wichtig: Es verkehren keine Boote regulär nach Nosy Hara, jede gewünschte Fahrt muss also weit im Voraus (mehrere Wochen vorher) angekündigt und geplant werden – entweder über MNP oder privat. Die Fahrt mit dem Motorboot dauert weitere anderthalb Stunden.

Infos zum Nationalpark:
Der Schutz von Nosy Hara reicht viele Jahrzehnte zurück: Die Madagassen vor Ort, vor allem Sakalava, betrachten ihre Insel seit jeher als fady, das heißt heilig oder tabu. Sie wurde daher weder gerodet noch besonders oft betreten, was der Natur ungeahnte Möglichkeiten bot. Die rund 3,2 km² große Insel besteht aus einem Karst-Plateau, das die typischen Tsingys (Nadelsteinfelsen) und einen kleinen Trockenwald trägt. Ein Rundweg führt über einen Teil der Insel, ein etwas steiler und kürzerer Weg zu einem sehr schönen Aussichtspunkt. Die Wege sind gut begehbar, aber nur auf wenigen Hundert Metern befestigt. Der größte Teil der Insel ist noch völlig unerschlossen. Erst 2012 wurde die Insel offiziell zum Nationalpark und das Meer drum herum zum marinen Schutzgebiet erklärt. Finanziert wird vor allem der Schutz des Meeres mit Hilfe des WWF.

Klima:
Der Nordwesten Madagaskar ist vor allem heiß und trotz der Nähe zum Meer eher trocken. Durch die Küstenlage ist Nosy Hara zur Regenzeit zeitweise nicht zu erreichen, da Zyklone und rauhes Meer die Überfahrt verhindern. Zur Trockenzeit sollte man sich auf Temperaturen von 30°C und mehr einstellen. Auch nachts wird es nur wenig kühler – Sonnencreme, viel Wasser und luftige Kleidung sind ein Muss.

Nosy Hara
Campground auf Nosy Hara

Infrastruktur:
Nosy Hara hat leider eine sehr schlechte Infrastruktur. Auf der Westseite der Insel liegt eine wunderschöne, paradiesische Bucht mit Sandstrand, in deren Nähe sich der Campground der Insel befindet. Es gibt Unterstände für Zelte, rudimentäre Küchen- und Sanitäranlagen, jedoch kein fließend Wasser. Jegliches Trink- oder Brauchwasser (Dusche, Zubereitung von Mahlzeiten) muss also vom Festland per Boot mitgenommen werden. Selbst wer sehr sparsam ist, sollte 15 l Trinkwasser pro Person und Tag einplanen. Meerwasser kann lediglich für die Toilettenspülung genutzt und muss in Eimern vom Strand geholt werden. Sowohl Trinkwasser als auch die gesamte Verpflegung sollte bereits in Diego Suarez gekauft und per Geländewagen mitgebracht werden. Auf Nosy Hara selbst sowie in den Hüttendörfern am Festland gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten.

Im rund 30 km entfernten Diego gibt es dafür reichlich Hotels und Unterbringungen für jeden Geldbeutel. Wer Nosy Hara genießen will, wird jedoch mit einem Tagesbesuch nicht auskommen: Auf Madagaskar fahren Geländewagen nur tagsüber, die Boote bei rauher See gar nicht und gemäß des madagassischen Mantras „Mora mora“ braucht alles viel Zeit. Allein für An- und Abreise vergehen daher bei einem Tagesbesuch mehr Stunden, als man letztlich auf der Insel selbst verbringt. Da der Bootstransfer für Einzelpersonen verhältnismäßig teuer ist, empfehlen wir grundsätzlich Gruppenreisen zum Besuch der Insel, bei denen erfahrene Guides den Besuch und das Camping im Voraus planen. Auf einigen der zum gleichen Archipel gehörenden Inseln liegen Luxushotels, von denen jedoch aktuell keine Tagesausflüge nach Nosy Hara angeboten werden.

Brookesia micra
Das kleinste Chamäleon der Welt

Flora und Fauna:
Wer sich nach Nosy Hara wagt, den erwartet eines der letzten wahren Paradiese Madagaskars. Die Insel besticht nicht nur mit einer traumhaften Bucht mit Sandstrand am türkisblauen Meer, sondern auch mit einzigartigen Felsformationen, den Tsingys. Vom höchsten Punkt der Insel bietet sich eine fantastische Aussicht über das Meer und die steilen Klippen, die die Insel umgeben. Seit Jahrhunderten von Menschen ungestört, bietet Nosy Hara eine völlig einzigartige, unberührte Natur. Sogar Baobabs stehen auf dieser einzigartigen Insel.

Mehr als 30 Vogelarten, knapp 20 Reptilienspezies und sogar einige Amphibien (darunter das Buntfröschchen Mantella viridis) bevölkern Nosy Hara. Berühmt ist die kleine Insel weltweit für das Vorkommen des kleinsten Reptils der Welt, Brookesia micra. Das winzige Erdchamäleon kommt nur hier vor und passt bequem auf die Spitze eines Streichholzes. Aber auch andere faszinierende Tiere lassen sich hier finden: Eine noch unbeschriebene Art der Gattung Paroedura, Pantherchamäleons (Furcifer pardalis), Blaesodactylus boivini und Fischschuppengeckos (Geckolepis ssp.) klettern auf Bäumen und Felsen, Madagaskar-Seeadler (Haliaeetus vociferoides) suchen vom blauen Himmel aus nach Beute. Die nördliche Madagaskarboa (Acrantophis madagascariensis) kommt manchmal sogar bis auf den Campground. 2015 wurden im Trockenwald der Insel Fettschwanzmakis entdeckt, die niemand einer bereits existenten Art zuordnen konnte. Vermutlich handelt es sich auch bei diesen Bewohnern Nosy Haras um bisher unbeschriebene Tiere – und davon gibt es noch viele mehr!

Meeresschildkröte
Meeresschildkröte im Korallenriff

Das die Insel umgebende, noch in weiten Teilen intakte Korallenriff beherbergt knapp 80 Arten unterschiedlichster Fische, mehr als 50 Arten von Weichtieren wie Muscheln und Tintenfische sowie viele andere Meeresbewohner mehr. Fünf Arten von Meeresschildkröten sind hier regelmäßig zu sichten, und ab und zu sind auch Delfine hier unterwegs. Tauchen und Schnorcheln ist auf Nosy Hara selbst leider noch nicht zu organisieren, aber mit etwas Glück von den Inseln der Umgebung aus (am besten im Voraus schon eine Tauchschule suchen).

Nosy Hara ist vielleicht nicht der Nationalpark mit der besten Infrastruktur. Wer sich aber auf das Abenteuer Nosy Hara und die Natur einlässt, der wird Madagaskar von einer seiner schönsten Seiten kennenlernen.

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