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Lemuren allgemein

Lemuren dürften die berühmtesten Säugetiere Madagaskars sein – nicht umsonst, denn es gibt sie ursprünglich ausschließlich dort und nirgends anders auf der Welt, obwohl inzwischen rund 100 Arten beschrieben sind. Nur zwei Arten wurden vom Menschen zusätzlich auf den Komoren angesiedelt.

Lemuren besiedeln vornehmlich Wälder, dies können aber sowohl Trocken- als auch Dorn- oder Regenwälder sein. Genauso variabel sind Aktivität und Ernährung – manche Arten fressen nur Blätter und Früchte, andere ergänzen den Speiseplan gern mit ein paar Insekten oder sogar Vögeln. Mit etwas Glück sieht man Lemuren in den vielen Nationalparks zwischen den Baumkronen hin- und herspringen oder hört morgens ihre aufgeregten, bellenden Rufe. In einigen Regionen sind sie neugierig genug, sich dem Menschen in freier Natur bis auf wenige Meter zu nähern. Stets leben Lemuren in Gruppen oder Paaren zusammen  – und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Diadem-Sifaka in Andasibe

Der schwarz-weiße Indri ist der größte Lemur Madagaskars und erreicht bis zu 10 kg Körpergewicht. Er ist der einzige Lemur ohne Schwanz und außerdem tagaktiv ähnlich den Sifakas und Varis. Ungewöhnliches gibt es auch bei anderen Lemuren-Arten: Die Fettschwanzmakis zum Beispiel halten als einzige Primaten eine Art Winterruhe während der Trockenzeit. Der kleinste Lemur Madagaskars ist der Mausmaki, der gerade mal 30 g auf die Waage bringt. Der Katta mit seinem gerignelten Schwanz ist einer der bekanntesten Lemuren und in vielen Zoos der Welt zu treffen. Er ist eine Ausnahme, lebt er doch vorwiegend auf dem Boden statt in den Bäumen. Ein sehr skurriler Vertreter der Lemuren ist das Fingertier oder Aye-Aye, rundherum ein sehr besonderer und extrem selten anzutreffender Waldbewohner. Mit seinen großen, gelben Augen, dem zottigen Haar und dem überlangen Mittelfinger wirkt das Aye-Aye wie ein bizarres, nachtaktives Fabelwesen. Wer dieses Wesen einmal auf Madagaskar zu Gesicht bekommt, kann sich glücklich schätzen.

Lemuren sind wie die meisten Tiere auf Madagaskar stark bedroht, da ihre Lebensräume durch Brandrodung, Abholzung und Siedlungsausbau immer weiter schwinden. Einige Arten werden zum Verzehr gejagt, andere wie das Aye-Aye werden aus Aberglauben absichtlich getötet, sobald Einheimische sie finden.Von vielen Arten weiß man jedoch noch gar nicht viel und kennt wenig über ihre Sozialgefüge, ihre Kommunikation, Ernährung oder Fortpflanzung. Hier gäbe es noch viel zu forschen – zu hoffen bleibt, dass gerade die sehr stark bedrohten Arten lange genug überleben.

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