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Arboretum Antsokay

Antsokay:
Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „Kalk“ und weist auf den typischen, lehm- und kalkhaltigen Boden der Gegend hin. Rund um das Arboretum werden daraus Backsteine hergestellt.

Lage:
Das Arboretum Antsokay liegt im Südwesten Madagaskars in der Region Atsimo-Andrefana. Es ist nur 12 Kilometer von einer der größten Städte des Südens, Toliara (Tuléar), entfernt. Bis zum Flughafen von Toliara (Tuléar) sind es sogar nur sechs Kilometer. Es verkehren mehrfach die Woche Flüge in die Hauptstadt Antananarivo. Auf dem Landweg über die RN7 sind es über 900 km von Tana bis zum Arboretum. Die Straße ist gut ausgebaut, allerdings benötigt man trotzdem zwei Tage für die Fahrt. Zum Arboretum selbst führt ein wenige Hundert Meter langer Schotterweg direkt von der RN7.

Informationen zum Arboretum:

Antsokay Restaurant
Das Restaurant der Auberge de la Table

1980 kaufte der Schweizer Herman Petignat das 0,04 km² große, damals nahezu unbewachsene Areal. Als Hobbybotaniker begann er, Pflanzen des Südens zu sammeln und zu kultivieren. Schnell entwickelte sich daraus viel mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Gemeinsam mit dem Botanikprofessor Werner Rauh von der Universität Heidelberg beschrieb er etliche noch völlig unbekannte Pflanzen Madagaskars und konnte sein Projekt erfolgreich ausbauen. Der alte Citroen 2CV, mit dem Petignat seinerzeit den Süden Madagaskars bereiste, kann heute noch im Arboretum besichtigt werden. In den 90er Jahren wurde die Sammlung zu einem botanischen Garten, der dann auch erstmals als Arboretum Antsokay der Öffentlichkeit zugänglich wurde. Seit dem Tod Herman Petignats im Jahre 2000 wird das Arboretum von seinem Sohn Andry weitergeführt, der selbst auf Madagaskar geboren wurde.

Das Arboretum kann täglich von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr besucht werden. Nachtwanderungen oder besonders frühe Spaziergänge zum Beobachten von Vögeln können im Andenken- und Anmeldungshaus des Arboretums organisiert werden. Alle Wege sind flach und bestens begehbar. Der Eintritt kostet etwa 15.000 Ariary (etwa 5 €) pro Person für eine normale Führung tagsüber. Lediglich im Februar ist das Arboretum geschlossen.

Antsokay Bienenfresser
Ein Bienenfresser im Arboretum

Klima:
Im Südwesten Madagaskars ist es das ganze Jahr über extrem heiß und trocken, die Regenzeit fällt sehr kurz aus. Durch die Nähe zur Küste weht im Arboretum Antsokay jedoch meist ein sanfter Wind, was bei über 30°C sehr angenehm ist.

Infrastruktur:
Das Arboretum verfügt über sehr gute Infrastruktur, da ein eigenes Hotel zum Gelände gehört. Die Auberge de la Table bietet ein hervorragendes Restaurant, sechs sehr schöne Bungalows mit gehobener Ausstattung, fließend Warmwasser, Strom aus Solarpanels und einen sauberen Pool zur Erfrischung. Wer eine kostengünstigere Unterkunft sucht, wird im nahe gelegenen Toliara sicher fündig und kann Tagesausflüge zum Arboretum unternehmen. Geschäfte, Restaurants und Transportmittel aller Art gibt es ebenfalls in Toliara.

Fauna & Flora:
Wie der Name Arboretum schon verrät, dreht sich hier alles um Pflanzen. Über 900 verschiedene Arten werden sorgsamst gepflegt. Über 90% davon sind endemisch auf Madagaskar, und etliche haben pharmakologischen Nutzen. Zu den gepflegten Arten gehören auch die, die von Petignat und seinem Team erstmals beschrieben wurden, z.B. Euphorbia kamponii, Euphorbia spinicapsula, Ceropegia hermanni oder Cynanchum petignatii. Ein besonderes Augenmerkt liegt auf der Nachzucht seltener Pflanzen Südmadagaskars. So gibt es beispielsweise eine beachtliche Menge seltener Aloe Arten wie Aloe suzannae oder Aloe ruffingiana und eine Vielzahl madagassischer Pachypodien zu bestaunen. Alle Gäste werden im Arboretum fachkundig in die Pflanzenwelt eingeführt – und so erfährt man auch, warum Uncarina stellulifera auf Madagaskar als Mäusefalle bekannt ist. Oder was das Geheimnis der eigensinnigen Cyphostemma montagnacii ist.

Paroedura picta
Paroedura picta auf dem Boden

Aber auch Tierfreunde werden hier nicht enttäuscht. Im Arboretum lassen sich 34 Arten Vögel, darunter Madagaskarfalken (Falco newtoni), Bienenfresser (Merops superciliosus) und Weißkehl-Couas (Coua ruficeps), hervorragend beobachten. Sie kommen teilweise sogar bis direkt an den Pool. Und auch die Reptilien und Säugetiere des Südens lassen sich sehen: Nachts kann man hier problemlos Großkopfgeckos (Paroedura picta) finden, während Fledermäuse über einem ihre Runden drehen. Der ein oder andere Mausmaki (Microcebus griseorufus) besucht sogar manchmal das Restaurant. Tagsüber kann man mit etwas Geschick das hübsche Warzenchamäleon (Furcifer verrucosus) oder kleine Madagaskarleguane (Oplurus cyclurus) entdecken.

Das Arboretum ist wahrlich ein kleines Juwel, nicht nur botanisch betrachtet!

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